Taekwon-Do für Kinder im Vorschulalter

Warum Taekwon-Do für Kinder im Vorschulalter?

Für Kinder ist Taekwon-Do die ideale Sportart, nicht nur um grundlegende körperliche Eigenschaften wie motorische Fähigkeiten oder Ausdauer zu entwickeln, sondern es ermöglicht vielmehr auch eine begleitete Entwicklung sozialer und alltagsrelevanter Kompetenzen von Kleinkindern zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr. Diese Einstufung ins Kids-Programm ist jedoch nicht zwangsweise an den genannten Altersbereich gebunden; vielmehr soll die tatsächliche körperliche und geistige Entwicklung des Kindes den Ausschlag geben, ob es im Kids-Programm oder in einer unserer anderen Kindergruppen besser aufgehoben ist. Das Kids-Programm kann durchaus noch für ein 7-jähriges Kind geeignet sein, aber umgekehrt kann ein 5-jähriges Kind möglicherweise bereits so weit entwickelt sein, dass es in der Fortgeschrittenengruppe seinen Platz findet. Dort beinhaltet das Training noch mehr Taekwon-Do-Elemente.

Um den Kleinkindern gerecht zu werden ist im ITF-Weltverband über mehrere Jahre hinweg ein Programm speziell für Vorschulkinder entwickelt worden. Dieses "Kids-Programm" definiert u.a. folgende Ziele und Aufgaben:

  • Das Training sollte so spaßig und interaktiv wie möglich gestaltet sein und die Inhalte durch ein vielfältiges Programm aus Spielen und Rollenaktivitäten vermittelt werden.
  • Motivation, Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnisse des Kindes stehen im Vordergrund und sollen durch ein strukturiertes Programm aus Zielen, positivem Feedback und Belohnungen entwickelt werden.
  • Die Energie der Kinder soll positiv kanalisiert werden, damit diese ein ausgewogeneres Temperament gewinnen.
  • Die erzieherischen Elemente des Trainings sollen auch in das Leben zuhause und in die soziale Umgebung übertragen werden, um eine fürsorglichere und höflichere Gesellschaft zu fördern.
  • Entwicklung von Selbstständigkeit, Disziplin, Teamarbeit soll gefördert werden.
  • Ausbildung von kognitiven Fähigkeiten wie Erinnerungsvermögen und Konzentration soll unterstützt werden.
  • Grundlagen einer guten Ernährung und Hygiene sowie Beweglichkeits-, Kraft- und Ausdauerübungen sollen vermittelt werden.
  • Die für Taekwon-Do Techniken erforderlichen Fähigkeiten sollen allmählich aufgebaut werden – Koordination, Gleichgewicht und Rhythmus.
  • Ein grundlegendes Verständnis der Bedeutung und des Aufbaus von Taekwon-Do zu erlangen.
  • Orientierung über Themen der Sicherheit wie z.B.
    • Erkennen von Gefahren in- und außerhalb des Hauses.
    • Wie man sicher bleibt.
    • Notfälle bewältigen.
    • Lernen, wie mit verletzenden oder gefährlichen Personen umzugehen ist:
      • Personen, die sich rücksichtslos verhalten, erkennen und mit ihnen umgehen.
      • Die potenzielle Gefahr, die von Fremden ausgeht, erkennen und angemessenes Verhalten ihnen gegenüber erlernen.
      • Personen, die hinterhältig sind, erkennen und mit ihnen umgehen.
      • Den Einfluss von schlechtem Umgang, schlechtem Benehmen oder problematischen Gleichaltrigen erkennen und damit umgehen.
      • Mobbing erkennen und Umgangsstrategien entwickeln.
      • Aggression erkennen und damit umgehen.

Das Training – eine Übersicht

Das Kinderprogramm für Kleinkinder sieht einmal pro Woche eine Trainingseinheit von 45 bis 60 Minuten vor, die von einem qualifizierten Trainer geleitet wird. 

Jedes Training beginnt mit dem traditionellen Angrüßen. Es folgen Übungsblöcke, die aus Spielen, Aktivitäten, Taekwon-Do-Fertigkeiten, Rollenspielen, Diskussionen und Geschichten bestehen. Geschlossen wird jede Trainingseinheit durch ein formelles Abgrüßen.

Um die Schüler zu motivieren, ist der Unterricht so strukturiert, dass er auf kindgerechte Art lustig und interessant ist. Darüber hinaus gewährleistet das Belohnungssystem, dass alle Schüler, unabhängig vom Grad ihres Könnens, für ihre Mitwirkung beim Taekwon-Do-Entwicklungsprozess belohnt werden.

Die Anwesenheit wird in einem persönlichen „Trainingspass“ festgehalten und nach einer vorgegebenen Anzahl von Trainingseinheiten in einen Gürtelstreifen verwandelt. Ist eine bestimmte Anzahl von Streifen erreicht, wird eine kleine Prüfung absolviert, die mit einem farbigen Streifen am anderen Gürtelende belohnt wird. Begonnen wird mit dem gelben Streifen, der im Laufe der Trainingszeit durch immer dunkler werdende Farben ergänzt wird. Ist der schwarze Streifen erreicht, besteht bei entsprechender Befähigung die Möglichkeit, eine reguläre Prüfung zum Gelbgurt zu absolvieren. Durch dieses Gürtelsystem wird der Leistungsfortschritt auch nach außen dokumentiert.

Es wird niemand überfordert, da sich der Trainer auf jedes einzelne Kind einstellt und es individuell fördert. Die meisten Beurteilungen basieren auf Taekwon-Do Fähigkeiten und Taekwon-Do Wissen, beinhalten aber auch Koordinationsfähigkeiten.



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